Haare färben: Ist es schädlich oder sogar krebserregend?

Haare färben: Ist es schädlich oder sogar krebserregend?

Redaktion, 26. JUNI 2024

Haare färben schädlich
Ist das Färben der Haare schädlich oder nicht?

Haare färben ist seit Jahrzehnten eine beliebte Methode, um den Look zu verändern und viele Menschen feiern damit einen neuen Lebensabschnitt. Besonders wenn die Haare anfangen grau zu werden, greifen die meisten Menschen zu Haarfärbemitteln. Ob natürliche Farbtöne oder ausgefallene, bunte Styles – die Vielfalt der Möglichkeiten scheint dabei grenzenlos zu sein. Doch man stellt sich immer wieder eine wichtige Frage: Ist das Färben der Haare schädlich oder möglicherweise sogar krebserregend? Diese Bedenken haben ihren Ursprung in den chemischen Inhaltsstoffen, die in vielen Haarfärbemitteln enthalten sind. In diesem Artikel erläutern wir, weshalb Haarfarben in der Kritik stehen und finden heraus, ob Haare färben schädlich für die Gesundheit ist oder nicht.
Graue Haare Hausmittel

FORSCHUNG

Graue Haare färben mit diesem Hausmittel

Hausmittel sind für viele eine günstige und schonende Alternative zu künstlichen Produkten oder teuren Behandlungsmaßnahmen. Auch graues Haar kann sich mit einfachen Hausmitteln behandeln lassen und so seine Farbe zurückerhalten.

Wie funktioniert Haare färben?

Bei den meisten Haarfarben handelt es sich um Oxidationshaarfarben, die aus zwei Komponenten bestehen: einem Oxidationsmittel wie Wasserstoffperoxid und einer Färbepaste in der gewünschten Haarfarbe. Das Oxidationsmittel zerstört die natürlichen Farbpigmente im Haar und hellt es bei Bedarf auf.


Da schwarze Pigmente im Haar stärker angegriffen werden als rote, enthalten die Produkte blaue Farbpigmente. Ohne diese Zusätze würde das Haar einen orangen Farbton bekommen. Die neue Haarfarbe entsteht erst während der Einwirkzeit, da der Farbstoff zunächst als farblose Vorstufe dazugegeben wird. Diese kleinen Moleküle können leicht in die Haarstruktur eindringen. Erst danach reagieren sie mit dem Wasserstoffperoxid, wodurch große Moleküle der gewünschten Haarfarbe entstehen. Diese großen Moleküle sind so fest in den Haaren verankert, dass sie auch beim Waschen nicht mehr herausgelöst werden. Mit dieser Methode lassen sich auch graue Haare effektiv färben.

Wieso stehen Haarfarben in der Kritik?

Permanente Haarfärbemittel greifen das Haar an und machen die Schutzschicht der Haare kaputt. Der Grad der Haarschädigung hängt von der Häufigkeit des Färbens ab. Besonders häufiges Färben und Blondieren strapazieren das Haar erheblich.

Das Haarefärben kann das Haar trocken, brüchig und strohig machen und die Kopfhaut belasten. Die chemischen Substanzen können über die Haut in den Körper gelangen. Einige Inhaltsstoffe, wie Resorcin, können Allergien auslösen und möglicherweise Schäden an Leber oder Nieren verursachen. Deshalb ist es wichtig, beim Färben immer Handschuhe zu tragen und den Hautkontakt, insbesondere an der Kopfhaut, zu vermeiden.


Wie wirkt sich das Färben der Haare nun auf die Gesundheit aus? Es wird oft behauptet, dass Haare färben ungesund und schädlich für die Gesundheit ist. Ob dies auch der Fall ist, erfahren Sie in den nächsten Kapiteln.

Unser Tipp bei grauem Haar

Citurin Mandarinen-Extrakt bei grauem Haar

Ist Haare färben krebserregend?

Tatsächlich gibt es wissenschaftliche Studien, die einen Zusammenhang zwischen Haarfärbemitteln und der Entstehung von Krebs nahelegen. Menschen, die regelmäßig ihre Haare färben, und insbesondere Friseurinnen und Friseure, sollen demnach ein höheres Krebsrisiko haben als die Allgemeinbevölkerung.


Diese Studien werden oft zitiert, um die Gefährlichkeit von Haarfärbemitteln zu betonen. Allerdings wird selten darauf hingewiesen, dass die Ergebnisse dieser Studien auf veralteten Produkten basieren. Die untersuchten Haarfärbemittel sind mehrere Jahrzehnte alt und diese Ergebnisse sind nicht auf die heutigen Produkte übertragbar.


Der aktuelle Stand der Forschung sagt folgendes aus: Seit 2006 gilt in der EU eine neue Vorschrift, nach der nur noch Inhaltsstoffe in Haarfärbemitteln erlaubt sind, für die Sicherheitsdossiers vorliegen. Die Europäische Kommission bezeichnet die in der EU erhältlichen Haarfärbemittel daher als sehr sicher. Die potentiell schädlichen Stoffe, die früher in Haarfärbemitteln verwendet wurden, sind heute verboten.


Ein bedenklicher Inhaltsstoff bleibt jedoch: aromatische Amine. Dieser Stoff ist auch noch heute in einigen Haarfarben enthalten. Diese Substanzen stehen weiterhin im Verdacht, das Krebsrisiko zu erhöhen, und es besteht noch weiterer Forschungsbedarf. Da in der Forschung ständig neue Erkenntnisse gewonnen werden, ist es möglich, dass in Zukunft weitere Inhaltsstoffe von Haarfärbemitteln als schädlich eingestuft werden könnten.

Ist das Färben der Haare komplett ungefährlich für die Gesundheit?

Haarfarben sind alles andere als gesund. Sie müssen meist 20 bis 40 Minuten oder länger einwirken – genug Zeit, damit die enthaltenen Chemikalien über die Kopfhaut in den Blutkreislauf gelangen können. Diese Gifte werden auch eingeatmet und gelangen somit über die Atemwege in den Körper. Viele dieser Substanzen sind bekannt dafür, Allergien auszulösen, und einige werden vermutet, erbgutschädigend und/oder krebserregend zu sein.


Ein einmaliges Färben reicht nicht aus, denn der Ansatz muss alle drei bis sechs Wochen nachgefärbt werden. Dadurch sind nicht nur regelmäßige Anwender gefährdet, sondern besonders auch Friseure, die fast täglich mit Haarfärbemitteln, Dauerwellenmitteln und anderen Chemikalien arbeiten.


Auch wenn das Krebsrisiko durch das Färben der Haare gemäß aktuellen Studien nicht erhöht wird, sind Haarfärbemittel nach heutigem Wissensstand nicht völlig ungefährlich. Viele dieser Mittel enthalten Chemikalien, die schwere allergische Reaktionen bis hin zu einem anaphylaktischen Schock auslösen können.


Besonders häufig Allergien auslösende Stoffe sind unter anderem:


- Toluene-2,5-Diamine Sulfate

- Paraphenylendiamin (PPD)

- Resorcin


Einige dieser Chemikalien können auch die Leber und die Nieren schädigen. Es ist daher nicht ausgeschlossen, dass solche Auswirkungen beim Haarefärben auftreten könnten. Zudem macht Ammoniak, das in vielen Haarfärbungen verwendet wird, um die schützende Schuppenschicht der Haare zu öffnen und die Farbpigmente besser eindringen zu lassen, die Kopfhaut durchlässiger für Schadstoffe. Wer sich die Haare mit chemischen Haarfärbemitteln färbt, sollte also darauf achten, dass die genannten Inhaltsstoffe nicht enthalten sind.

Darf man in der Schwangerschaft die Haare färben?

Obwohl die erhältlichen Haarfärbemittel keine gesundheitsschädlichen Inhaltsstoffe enthalten, wird vom Haarefärben während der Schwangerschaft abgeraten. Es ist nicht ausgeschlossen, dass gesundheitliche Schäden auftreten könnten. Wenn ihr also in der Schwangerschaft oder Stillzeit auf Nummer sicher gehen wollt, solltet ihr auf das Färben oder Tönen der Haare verzichten, denn potentiell schädliche Inhaltsstoffe können trotzdem über die Haare und die Kopfhaut aufgenommen werden.

Welche ungefährlichen Alternativen gibt es zu chemischer Haarfarbe?

Achten Sie darauf, dass auf den Haarfarbenpackungen Begriffe wie "Pflanzenextrakte", "Bio" oder "Natürlich" erscheinen. Dies bedeutet jedoch nicht direkt, dass diese Produkte frei von Chemikalien sind. Es kann auch lediglich bedeuten, dass das Produkt zu einem kleinen Teil, möglicherweise nur 1 Prozent, aus einem Pflanzenextrakt besteht, der aus biologischer Landwirtschaft stammt. Der Rest der Rezeptur kann dennoch typische chemische Inhaltsstoffe wie aromatische Amine, Resorcin, Konservierungsstoffe und Duftstoffe enthalten. Deshalb sollte man sich die Inhaltsstoffe immer gut anschauen.

Sie können zu folgenden ungefährlichen Alternativen greifen:

Pflanzenhaarfarben

Pflanzenhaarfarben sind Färbemittel, die aus natürlichen Pflanzenextrakten hergestellt werden. Zu den bekanntesten gehören Henna, Indigo und Cassia. Weitere pflanzliche Extrakte, die als natürliche Haarfärbemittel verwendet werden, sind Kamille, Walnussschalen, Kurkuma, Hibiskus und schwarzer Tee. Diese Pflanzenfarben sind in der Regel als Pulver erhältlich und werden zum Färben mit heißem Wasser vermischt.


Reine Pflanzenhaarfarben auf Henna-Basis färben das Haar ebenfalls dauerhaft und gelten als unbedenklich, solange sie keine chemischen Beimischungen enthalten. Die Anwendung dieser Farben ist etwas aufwändiger, da die Farbmischung etwa zwei Stunden einwirken muss und das Farbergebnis nicht jedem zusagt, da graues Haar manchmal nicht vollständig abgedeckt wird. Wenn Ihr Haar bereits chemisch gefärbt ist, sollten Sie sich erkundigen, ob Sie zum Nachfärben auf Pflanzenfarben umsteigen können, da sich beide nicht immer vertragen und es zu unerwarteten Farbergebnissen kommen kann.

Reformhausfarben

Haarfarben aus dem Reformhaus, die nicht ausdrücklich als reine Pflanzenfarben gekennzeichnet sind, enthalten meist ebenfalls die üblichen Färbechemikalien. Es kann jedoch sein, dass einige bedenkliche Stoffe fehlen, sodass sie etwas weniger schädlich sind. Auch wenn Öko-Test in einer Untersuchung von 2013 allen Haarfarben – einschließlich der Reformhaus-Marken – ein "Ungenügend" gab, zeigen Erfahrungsberichte, dass herkömmliche Haarfarben bei manchen Menschen zu Unverträglichkeiten wie Haarausfall führen, was bei Reformhausfarben weniger oder gar nicht der Fall ist.

Hausmittel

Es gibt auch einige Hausmittel, die den Haaren zu neuer Farbe verhelfen können. Zitrone beispielsweise hat einen aufhellenden Effekt und kann für schöne Highlights sorgen. Allerdings sollte man hierbei aufpassen, denn das Haar kann schnell austrocknen, weshalb eine reichhaltige Pflege unerlässlich ist. Mit roter Beete soll man eine rötliche Farbe in die Haare zaubern können und mit Kaffee einen dunkler Farbton. Auch Mandarinen-Extrakt soll dabei helfen, dem Haar die Naturhaarfarbe wieder zu geben. Dieses spezielle Extrakt findet man in der Citurin Haartinktur wieder.

Fazit

Fast jeder färbt sich früher oder später mal die Haare, jedoch ist dies nicht ganz ohne Risiken für die Gesundheit. Während moderne chemische Haarfärbemittel strengen Sicherheitsstandards unterliegen, können sie immer noch allergische Reaktionen und mögliche Langzeitschäden verursachen. Besonders während der Schwangerschaft und Stillzeit sollte man Vorsicht walten lassen und gegebenenfalls auf das Färben verzichten.

Glücklicherweise gibt es zahlreiche schonende Alternativen zu chemischen Haarfarben. Pflanzliche Haarfarben und natürliche Färbemethoden wie Henna, Kaffee oder Rote-Bete-Saft bieten ungefährliche Alternativen, das Haar zu färben oder zu tönen. Diese Methoden sind weniger aggressiv und können sogar pflegende Eigenschaften haben, wodurch das Haar gesund und glänzend bleibt.


Haben Sie Erfahrungen mit natürlichen Haarfarben? Hinterlassen Sie uns einen Kommentar!


QUELLEN

  • Zhang Y, Birmann B M, Han J, Giovannucci E L, Speizer F E, Stampfer M J et al. Personal use of permanent hair dyes and cancer risk and mortality in US women: prospective cohort study BMJ 2020; 370 :m2942 doi:10.1136/bmj.m2942

Autorin Lina Mattern

Lina Mattern

Nach Abschluss ihres Studiums an der Hochschule Kempten hat sich Lina privat und beruflich mit Themen aus der Gesundheits-, Fitness- und Beautybranche befasst. Seitdem recherchiert und schreibt sie Blogartikel in dieser Branche und ist Expertin im Beauty- und Gesundheitsbereich. Neben dem Schreiben von aktuellen und ausführlich recherchierten Artikeln, betreut sie auch Social Media Kanäle, die sich um Tipps rund um Schönheit und Gesundheit drehen. Die Blogartikel und der Content orientieren sich dabei immer an der aktuellen Forschungslage.

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