Kupfer gegen graue Haare: Was kann der Nährstoff ausrichten?

Kupfer gegen graue Haare: Was kann der Nährstoff ausrichten? 

Redaktion, 19. November 2025

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Wie wichtig ist Kupfer für die Haargesundheit?

Die meisten können sich wohl noch an das Gefühl erinnern, das sie hatten, als sie ihr erstes graues Haar entdeckten. Es dürfte irgendwas zwischen Panik und Ungläubigkeit gewesen sein. Wie konnte das schon so früh passieren? Ein Faktor, den viele für das Ergrauen der Haare nicht auf dem Schirm haben, ist Kupfermangel. Aber warum ist dieser Nährstoff so wichtig für unsere Haarfarbe und wie sorgt man dafür, dass der Körper ausreichend damit versorgt ist? Im folgenden Artikel finden Sie die Antworten zu diesen Fragen. 
Graue Haare Hausmittel

FORSCHUNG

Graue Haare färben mit diesem Hausmittel

Hausmittel sind für viele eine günstige und schonende Alternative zu künstlichen Produkten oder teuren Behandlungsmaßnahmen. Auch graues Haar kann sich mit einfachen Hausmitteln behandeln lassen und so seine Farbe zurückerhalten.

Wieso werden die Haare grau?

Damit Haare ihre natürliche Farbe behalten, benötigt der Körper ausreichend Melanin. Dieses Pigment wird in spezialisierten Zellen der Haarwurzel gebildet, den sogenannten Melanozyten. Mit zunehmendem Alter verlangsamt sich jedoch die Melaninproduktion und die Melanozyten bauen sich nach und nach ab. Dadurch verliert das Haar nach und nach Farbe, wächst heller nach und erscheint schließlich grau oder weiß.


Neben diesem natürlichen Prozess gibt es jedoch verschiedene Faktoren, die ein frühzeitiges Ergrauen begünstigen können.


Mögliche Gründe für frühes Ergrauen:


  • Genetik
    Der häufigste Faktor ist die Veranlagung. Wenn Eltern oder Großeltern früh ergraut sind, steigt auch das Risiko, selbst früher graue Haare zu bekommen.

  • Oxidativer Stress
    Stress, Umweltbelastungen, Rauchen oder intensives UV-Licht können freie Radikale im Körper erhöhen. Diese greifen die Melanozyten an und beschleunigen ihren Abbau.

  • Hormonelle Veränderungen
    Starke Schwankungen, etwa durch Schilddrüsenstörungen oder hormonelles Ungleichgewicht, können die Pigmentproduktion beeinflussen.

  • Autoimmunerkrankungen
    Manche Erkrankungen können dazu führen, dass das Immunsystem die eigenen Melanozyten angreift. Die Haare verlieren dadurch schneller ihre Farbe.

  • Nährstoffmangel
    Verschiedene Mikronährstoffe spielen eine Rolle bei der Bildung von Melanin und der Gesundheit der Haarwurzel. Ein Mangel kann das Ergrauen fördern. Dazu gehören insbesondere:
  • Vitamin B12 wichtig für gesunde Haarfollikel
  • Folsäure unterstützt die Zellteilung
  • Eisen nötig für die Sauerstoffversorgung der Haarwurzel
  • Kupfer entscheidend für die Melaninbildung und damit für die Haarfarbe

Kupfermangel als möglicher Auslöser

Kupfer ist an der Bildung des Farbpigments Melanin direkt beteiligt. Der Körper benötigt es, um das Enzym Tyrosinase zu aktivieren, das wiederum für die Pigmentsynthese verantwortlich ist. Tritt ein Kupfermangel auf, kann weniger Melanin produziert werden. Die Folge ist, dass Haare heller nachwachsen und früher ergrauen.

Ein Mangel entsteht häufig durch einseitige Ernährung bei der eine sehr geringe Kupferaufnahme über Lebensmittel stattfindet oder durch Störungen im Mineralstoffhaushalt. Personen, die viel Zink einnehmen, können ebenfalls betroffen sein, denn Zink blockiert die Kupferaufnahme.

Unser Tipp bei grauem Haar

Citurin Mandarinen-Extrakt bei grauem Haar

Wie wirkt Kupfer gegen graue Haare?

Damit Haare ihre natürliche Farbe behalten, benötigt der Körper eine gut funktionierende Pigmentbildung. Kupfer unterstützt die Aktivität bestimmter Enzyme, die Melanin überhaupt erst herstellen können, wie eben die oben bereits genannte Tyrosinase. Fehlt Kupfer, arbeitet die Tyrosinase weniger effizient und die Haare werden früher grau.

Interessant ist, dass bei Studien ein erniedrigter Kupferspiegel häufiger bei Personen beobachtet wurde, die frühzeitig ergrauen. Kupfer trägt außerdem dazu bei, dass die Haarfollikel gesund bleiben, indem es antioxidative Prozesse unterstützt und oxidativen Stress reduziert. Dieser oxidative Stress gilt als einer der Faktoren, die das Ergrauen beschleunigen.

Trotz dieser Effekte ist Kupfer kein Wundermittel. Oft wird erst bei einem Mangel an diesem Nährstoff bemerkbar, welche Auswirkungen es auf unsere Haarpracht hat. Wenn das Ergrauen jedoch genetisch bedingt ist oder durch den natürlichen Alterungsprozess entsteht, kann eine höhere Kupferzufuhr den Prozess meist nicht vollständig aufhalten. Dennoch ist eine ausreichende Versorgung wichtig, damit die Pigmentbildung optimal arbeiten kann und die Haare ihr natürliches Farbniveau möglichst lange behalten.

Kann Kupfer graue Haare rückgängig machen?

Viele hoffen, dass Kupfer verlorene Haarpigmente wieder aktivieren kann. Tatsächlich ist es so, dass Kupfer an mehreren biologischen Prozessen beteiligt ist, die für die natürliche Haarfarbe entscheidend sind. Ob das Ergrauen jedoch rückgängig gemacht werden kann, hängt stark davon ab, warum die Haare grau geworden sind.


Kupfer kann nur wirken, wenn ein Mangel vorliegt

Liegt ein nachweislicher Kupfermangel vor, können die pigmentbildenden Zellen im Haarfollikel nicht richtig arbeiten. Die Tyrosinase st dann weniger aktiv. Wird der Mangel ausgeglichen, kann sich die Melaninproduktion in manchen Fällen wieder normalisieren. Dadurch kann sich die Haarfarbe teilweise erholen.

Wichtig ist aber, dass dies nur funktioniert, wenn tatsächlich ein Mangel die Ursache war. Ohne Kupfermangel hat eine zusätzliche Kupferzufuhr keinen Einfluss auf bereits ergraute Haare.


Bei genetisch oder altersbedingt grauem Haar sind die Möglichkeiten begrenzt

Wenn die Haare durch Alterungsprozesse ergrauen, verlangsamt sich die Melaninproduktion dauerhaft. Die pigmentbildenden Zellen werden weniger aktiv oder sterben sogar ganz ab. In diesen Fällen kann Kupfer die ursprüngliche Haarfarbe nicht vollständig zurückbringen, da die biologischen Strukturen schlicht nicht mehr vorhanden sind.

Auch hormonelle Einflüsse, oxidativer Stress oder erbliche Faktoren lassen sich durch Kupfer allein nicht rückgängig machen.


Wann eine Verbesserung trotzdem möglich ist

In bestimmten Situationen berichten Menschen von dunkleren oder kräftiger wirkenden Haaren, zum Beispiel wenn

 • oxidative Schäden reduziert werden,
 • ein Nährstoffmangel (Kupfer, Eisen, Vitamin B12 oder Folsäure) ausgeglichen wird,
 • entzündliche Prozesse auf der Kopfhaut sich bessern und
 • der allgemeine Zustand des Haarfollikels stabilisiert wird.

Dabei handelt es sich eher um eine Optimierung des Haarwachstums, nicht um eine echte Rückfärbung im klassischen Sinne.

Wie kann man mehr Kupfer einnehmen?

Es gibt mehrere Wege, den Kupferspiegel zu erhöhen. Welche Methode am besten geeignet ist, hängt von den individuellen Bedürfnissen ab. Wenn ein Mangel festgestellt wurde, gelten folgende Maßnahmen als die gängigsten Methoden, diesen wieder auszugleichen.

  • Kupferreiche Ernährung: Lebensmittel wie Nüsse, Samen, Hülsenfrüchte, Leber und Vollkornprodukte liefern Kupfer auf natürlichem Weg und können den Nährstoffbedarf langfristig decken.

  • Nahrungsergänzungsmittel: Kapseln oder Tabletten mit Kupfer können sinnvoll sein, wenn ein Mangel festgestellt wurde oder die Ernährung nicht ausreichend Kupfer liefert. Dosierung und Dauer sollten mit einem Arzt abgestimmt werden.

  • Haarpflegeprodukte: Shampoos und Conditioner mit Kupferverbindungen können die Haarfollikel lokal unterstützen. Diese Produkte wirken besonders gut in Kombination mit einer ausreichenden inneren Versorgung.

  • Kombination mit anderen Nährstoffen: Kupfer entfaltet seine Wirkung optimal, wenn gleichzeitig genügend Zink, Eisen und Biotin vorhanden sind, da diese die Haarpigmentierung gemeinsam unterstützen.

Welche Erfahrungen wurden mit Kupfer gegen graue Haare gemacht? 

Im Internet finden sich verschiedene Berichte und Erfahrungswerte, wie Menschen versucht haben, einen Kupfermangel zur Reduzierung oder Umkehrung von grauen Haaren zu nutzen. Diese Berichte stammen vor allem von Foren und Subreddits. Diese Erfahrungen vergleichen wir mit offiziellen Studien, die wir zu diesem Thema gefunden haben.

Erfahrungen von Nutzern

Auf Reddit schreibt eine Person, sie habe nach einem Monat Einnahme von kolloidalem Kupfer bemerkt, dass neue Haare wieder brauner nachwachsen, alte Narben sich weniger sichtbar zeigen und ihre Haut sich verbessert. > „after using the copper for a month my hair is coming in brown … old scars are healing.“

- Reddit

Ein anderer Nutzer berichtet, dass er über 2 mg Kupfer als Chelat eingenommen hat. Nach etwa zwei Jahren habe sich sein Haar sichtbar repigmentiert: „my hair is coming in darker (almost no more grey) … after about two years of use“.

- Reddit

Eine Frau schreibt in einem Subreddit, dass sie ein „Zink‑Kupfer-Balance“-Supplement ergänze. Nach ein paar Monaten stellte sie fest, dass einzelne graue Haare wieder braun an der Wurzel seien.

- Reddit

Erkenntnisse aus wissenschaftlichen Studien

In einer Studie mit Jugendlichen, die unter vorzeitigem Ergrauen litten, wurde festgestellt, dass ihr Serum-Kupferwert signifikant niedriger war als bei gleichaltrigen Kontrollpersonen. 

- PubMed


Eine weitere Untersuchung zeigte, dass bei Menschen mit vorzeitigem Ergrauen nicht nur Kupfer, sondern auch Eisen und Calcium häufig reduziert sind.

- PubMed


Tierexperimentelle Studien (Ratten) zeigen, dass ein Kupfermangel die Struktur der Pigmentzellen stört: Die Melanosomen (Pigmentbehälter in den Zellen) weisen abnorme Formen auf, was die Melaninproduktion beeinträchtigen kann.

- PubMed


Eine mikroanalytische Untersuchung belegte, dass graues Haar im Vergleich zu braunem Haar deutlich geringere Kupferkonzentrationen aufweist.

- ANL

Fazit 

Die Erfahrungsberichte aus dem Netz liefern spannende Hinweise darauf, dass Kupfer bei manchen Menschen das Ergrauen zumindest verlangsamen oder teilweise rückgängig machen kann, vor allem dann, wenn ein tatsächlicher Mangel besteht.

Studien untermauern das: Ein niedriger Kupferspiegel wurde bei früh ergrauenden Menschen nachgewiesen, und tierexperimentelle Daten zeigen, dass Kupfer für die korrekte Ausbildung von Melanin-Behältern entscheidend ist. Es ist dabei essentiell, ein gegenseitiges Gleichgewicht mit anderen Spurenelementen wie Zink oder Eisen zu wahren.


QUELLEN: 

  • Studien:
    https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/21979243/ 
    https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/30783336/
    https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/1600517/
    https://www.anl.gov/sites/www/files/2019-12/Neuqua%20Valley%20High%20School%202013%20-%20Team%201.pdf?
  • Zentrum der Gesundheit: Graues Haar kann durch Kupfermangel entstehen: https://www.zentrum-der-gesundheit.de/news/gesundheit/allgemein-gesundheit/graues-haar-durch-kupfermangel-180804077, Zuletzt aufgerufen am: 19.11.2025

Autor Simon Engelhardt

Simon Engelhardt

Als leidenschaftlicher Sportler setzt sich Simon hauptsächlich mit den Themen Gesundheit, Ernährung und Fitness auseinander. Über die Arbeit und das Privatleben baute er sich eine Expertise zu diesen Themenbereichen auf. In Form von Blogbeiträgen teilt er seine Erfahrungen und sein Wissen, das er über viele Jahre aufgebaut hat. Er ist hauptsächlich für das Schreiben gut recherchierter Blogartikel zuständig, was durch die Erstellung von Content in den sozialen Medien ergänzt wird. Die Beiträge basieren dabei immer auf der aktuellen Forschungslage und werden regelmäßig aktualisiert.

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